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Tim LaHaye • Jerry B. Jenkins

Der Triumph

Die letzten Tage der Erde

Roman

Die amerikanische Originalausgabe erschien im Verlag

Tyndale House Publishers, Inc., Wheaton, Illinois, USA,

unter dem Titel „Glorious Appearing“.

© 2004 by Tim LaHaye und Jerry B. Jenkins

© der deutschen Taschenbuchausgabe 2007 by Gerth Medien GmbH, Dillerberg 1, 35614 Asslar

Aus dem Englischen von Eva Weyandt mit Genehmigung

von Tyndale House Publishers, Inc.

Left Behind © ist ein eingetragenes Warenzeichen

von Tyndale House Publishers, Inc.

Die Bibelstellen wurden der Einheitsübersetzung entnommen.

© 1980 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart.

Verlag Katholisches Bibelwerk GmbH, Stuttgart

Taschenbuch ISBN 978-3-86591-281-7

eBook ISBN 978-3-96122-099-1

Umschlaggestaltung: Michael Wenserit; Julie Chen

Umschlagfoto: Photodisc/Getty Images

Israel-Karten: Maps.com

Umsetzung eBook: Greiner & Reichel, Köln

Zur Erinnerung an

Frank LaHaye

und Harry Jenkins,

die wir wiedersehen werden.

Mit besonderem Dank an

David Allen

für seine technische Beratung

und an John Perrodin

für seine zusätzlichen biblischen Nachforschungen.

Sieben Jahre nach Beginn der Trübsalszeit – dreieinhalb Jahre nach Beginn der Großen Trübsalszeit

Die Gläubigen

Enoch Dumas, Anfang 30, Amerikaner spanischer Herkunft, geistlicher Führer der 30 Mitglieder von The Place in Chicago, lebt in Palos Hills, Illinois, im Untergrund.

Montgomery Cleburn (Mac) McCullum, Anfang 60, ehemaliger Pilot von Supreme Potentat Nicolai Carpathia. Offiziell wird angenommen, dass er bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Er ist der wichtigste Pilot der Tribulation Force und hält sich in Petra auf.

Hannah Palemoon, Mitte 30, arbeitete als Krankenschwester im Krankenhaus der Weltgemeinschaft in Neu-Babylon und ist jetzt für die Tribulation Force tätig, einem Netzwerk von Gläubigen.

Razor, Anfang 20, Mexikaner, militärischer Assistent von George Sebastian in Petra.

Lea Rose, Anfang 40, ehemals Oberschwester im Arthur Young Memorial Hospital in Palatine, Illinois. Sie ist im Auftrag der Tribulation Force in Petra, Mitarbeiterin der Internationalen Handelsgesellschaft.

Dr. Chaim Rosenzweig (Micah), Mitte 70, israelischer Nobelpreisträger, Botaniker und Staatsmann und vom Global Weekly zum „Mann des Jahres“ gekürt. Er verübte den Anschlag auf Carpathia und ist der Führer von mehr als einer Million jüdischer Flüchtlinge in Petra.

George Sebastian, Ende 20, ehemaliger Kampfhubschrauberpilot, der in San Diego stationierten US-Luftwaffe. Lebt mit anderen Mitgliedern der Tribulation Force im Untergrund und arbeitet bei der Handelsgesellschaft mit. Er leistet Unterstützung bei der Verteidigung Petras.

Priscilla Sebastian, 30, Frau von George Sebastian, Mutter von Beth Ann, hält sich in Petra auf.

Abdullah Smith, Mitte 30, war früher jordanischer Kampfflieger und danach Erster Offizier der Phoenix 216, täuschte seinen Tod bei einem Flugzeugabsturz vor, wichtiger Pilot der Tribulation Force und in Petra im Einsatz.

Rayford Steele, Ende 40, flog als Flugkapitän für die Fluglinie Pan-Continental und verlor bei der Entrückung Frau und Sohn sowie seine zweite Frau bei einem Flugzeugabsturz. Er wurde Flugkapitän von Potentat Nicolai Carpathia und ist Gründungsmitglied der Tribulation Force; mittlerweile ein international gesuchter Flüchtling. Zuletzt wurde er in Petra gesehen.

Eleazar Tiberius, Anfang 50, einer der Ältesten in Petra und Vater von Naomi.

Naomi Tiberius, 20, Tochter von Eleazar, Computerfachfrau. Sie liebt Chang Wong und lebt in Petra.

Otto Weser, 50, Leiter einer kleinen Gruppe von deutschen Gläubigen, die nach Neu-Babylon geflohen sind. Jetziger Aufenthaltsort: Petra.

Lionel Whalum, Ende 40, früher Geschäftsmann, heute Pilot der Internationalen Handelsgesellschaft. Er ist als neuer Leiter der Handelsgesellschaft in Petra im Einsatz.

Cameron (Buck) Williams, Mitte 30, ehemaliger Chefreporter des Global Weekly sowie ehemaliger Herausgeber des Global Community Weekly. Er ist Gründungsmitglied der Tribulation Force und Herausgeber einer Internetzeitung mit dem Namen „Die Wahrheit“. Seine Frau Chloe starb unter der Guillotine der Weltgemeinschaft. Zuletzt wurde er bei der Verteidigung der Jerusalemer Altstadt lebend gesehen.

Chang Wong, 21, war der Maulwurf der Tribulation Force im Hauptquartier der Weltgemeinschaft in Neu-Babylon. Als Leiter der Computerabteilung befindet er sich in Petra. Er liebt Naomi Tiberius.

Ming Toy Woo, Mitte 20, ist Changs Schwester und in zweiter Ehe mit Ree Woo verheiratet. Sie war früher Wachoffizier in einem belgischen Frauengefängnis und hält sich als Mitarbeiterin der Handelsgesellschaft in Petra auf.

Ree Woo, Mitte 20, Mann von Ming Toy Woo, ist Pilot und für die Tribulation Force in Petra im Einsatz.

Gustav Zuckermandel jr. (Zeke oder Z.), Ende 20, ist Urkundenfälscher und Spezialist für Verkleidungen. Sein Vater starb durch die Guillotine. Er ist in Petra im Einsatz.

Die Märtyrer

Al B. (Albie), Anfang 50, gebürtig aus Al Basrah im Norden Kuwaits. Er war Pilot und ein international tätiger Schwarzmarkthändler, Mitglied der Tribulation Force und wurde in Al Basrah ermordet.

Tsion Ben-Judah, Anfang 50, früher rabbinischer Gelehrter und ehemaliger israelischer Staatsmann. Er sprach im israelischen Fernsehen öffentlich über seinen Glauben an Jesus als den Messias, woraufhin seine Frau und seine beiden Kinder ermordet wurden. Nach seiner Flucht in die USA wurde er der geistliche Führer und Lehrer der Tribulation Force. Seine täglich aktualisierte Internetseite wurde von unzähligen Menschen gelesen. Er ging mit den jüdischen Flüchtlingen nach Petra und kam bei der Verteidigung der Jerusalemer Altstadt ums Leben.

Chloe Steele Williams, Mitte 20, war vor den Ereignissen Studentin an der Universität von Stanford und hat Mutter und Bruder bei der Entrückung verloren. Sie war die Tochter von Rayford, Ehefrau von Buck und Mutter des viereinhalbjährigen Kenny Bruce. Als Gründungsmitglied der Tribulation Force und Initiatorin und Leiterin der Handelsgesellschaft wurde sie von der Weltgemeinschaft umgebracht.

Die Feinde

Nicolai Jetty Carpathia, Ende 30, früher Präsident von Rumänien, danach Generalsekretär der Vereinten Nationen und schließlich selbst ernannter Potentat der Weltgemeinschaft. Drei Tage nach seiner Ermordung in Jerusalem kehrte er auf dem Palastgelände der Weltgemeinschaft in Neu-Babylon ins Leben zurück. Er führt die Streitkräfte der Einheitsarmee im Tal von Megiddo an und wurde zuletzt vor dem Herodestor auf der Suleimanstraße in Jerusalem gesehen.

Leon Fortunato, Ende 50, ist Carpathias rechte Hand. Derzeit ist er der allerhöchste geistliche Führer des Carpathianismus und verkündet den Potentat als auferstandenen Gott. Er hält sich auf dem Kommandoposten in Megiddo auf.

Suhail Akbar, Mitte 40, Carpathias Sicherheits- und Geheimdienstchef. Er hält sich auf dem Kommandoposten der Welteinheitsarmee in Megiddo auf.

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Prolog

Rayford hatte sich an den Abstieg gemacht, und dieser war noch schwieriger als der Aufstieg. Er war ein wenig länger als geplant bei Chang und Naomi geblieben, darum ging er davon aus, dass Mac ihn bereits erwarten würde. George wiederum würde vermuten, dass er mittlerweile bei Mac eingetroffen war.

Von seinem Aussichtspunkt aus hatte er einen guten Blick über die etwa eine Meile entfernte Armee. Er griff nach seinem Telefon, um Mac zu beruhigen, als ihm klar wurde, dass irgendetwas passiert war. Die vordersten Linien lösten sich wieder auf. Vermutlich hatte George ein weiteres Mal die Energiewaffen abgefeuert.

Dieses Mal jedoch nahm die Welteinheitsarmee den Angriff nicht so gelassen hin, trotz der anschließenden Verwirrung. Rayford hörte das Dröhnen von Vergeltungsfeuer, das an Donner bei einem heftigen Gewitter erinnerte. Er wusste ein wenig über Gewehre und Munition Bescheid, sodass ihm klar war, dass Carpathias Truppen zu weit entfernt waren, um Schaden anzurichten. Seiner Meinung nach würden die Stellungen außerhalb von Petra unbeschadet bleiben.

Er irrte sich. Vielleicht waren ihre Kanonen größer, als er angenommen hatte, auf jeden Fall flogen die Kugeln an den Stellungen vorbei und ihm um die Ohren. Als eine von ihnen unmittelbar vor ihm explodierte, wurde Rayford beinahe aus seinem Wagen geschleudert. Er klammerte sich mit seiner freien Hand am Griff fest und sein Telefon flog 100 Meter weit einen Felsen hinunter.

Und jetzt geriet sein Fahrzeug außer Kontrolle. Er wurde vom Sitz hochgeschleudert und landete hart wieder auf der Sitzfläche. Das Fahrzeug hüpfte und rollte zur Seite. Die Frage, ob er darauf sitzen bleiben sollte oder nicht, war nicht das Einzige, das ihn beschäftigte, und sehr schnell löste sich auch diese Frage in Wohlgefallen auf. Ein weiterer Schlag und er konnte sich nicht mehr festhalten. Er stürzte aus dem Wagen, behielt das Fahrzeug jedoch im Blick. Es krachte gegen einen Felsen und stürzte hinab in ein Tal.

Rayford bemühte sich nicht, seinen Sturz abzubremsen. Er legte Hände und Arme an und versuchte locker zu bleiben, mit aller Macht gegen den natürlichen Instinkt anzukämpfen. Der Abhang war sehr steil, und er rollte zu schnell, als dass er irgendetwas tun könnte. Jetzt konnte er nur noch auf eine weiche Landung hoffen.

Etwa drei Meter von ihm entfernt schlug eine Kugel ein. Rayford wurde gegen einen spitzen Stein geschleudert und hörte ein leises Rauschen wie von Wasser, als er auf ein dorniges Gestrüpp zurollte. So unangenehm diese Dornen auch aussahen, sie waren sicher weicher als das, was ihn gerade getroffen hatte.

Rayford konnte sein Körpergewicht verlagern, wurde langsamer und landete in den Dornen. Erst jetzt wurde ihm klar, was dieses Plätschern bedeutete. Mit jedem Schlag seines Herzens, das jetzt immer schneller schlug, strömte Blut aus der Wunde an seiner Schläfe.

Er drückte mit der Hand gegen den Kopf und spürte das warme Blut nun an seiner Hand. Er drückte mit aller Macht dagegen, in der Hoffnung, die Blutung ein wenig einzudämmen. Aber Rayford befand sich jetzt in Gefahr – in tödlicher Gefahr. Niemand wusste genau, wo er sich befand. Er hatte weder Kommunikations- noch Transportmittel. Er wollte nicht einmal über seine Verletzungen nachdenken, denn was auch immer er hatte, es war unwichtig im Vergleich zu der Wunde an seinem Kopf. Er brauchte Hilfe, und zwar schnell, sonst würde er innerhalb von Minuten tot sein.

Rayfords Arme waren abgeschürft und er spürte Schmerzen in beiden Knien und einem Knöchel. Mit seiner freien Hand zog er sein Hosenbein hoch und wünschte, er hätte es nicht getan. Irgendetwas hatte ihm das Fleisch am Knöchel aufgeschlitzt, aber auch mit seinem Knochen war etwas passiert.

Konnte er laufen? Wagte er einen Versuch? Er war zu weit von den anderen entfernt, um kriechen zu können. Er wartete, bis sein Pulsschlag sich verlangsamte und er sein Gleichgewicht wiederfand. Mac und seine Leute waren etwa eine Meile von ihm entfernt. Er konnte sie nicht einmal sehen. Zurückgehen konnte er auch nicht mehr. Er rollte sich auf die Seite und rappelte sich mühsam hoch. Eine Hand hielt er fest auf seine Wunde an der Schläfe gedrückt.

Rayford versuchte aufzustehen. Nur ein Bein gehorchte ihm, das Bein mit dem verletzten Knöchel. Vermutlich hatte er sich das Schienbein des anderen gebrochen. Er versuchte zu hüpfen, aber der Abhang war so steil, dass er sich erneut nicht mehr halten konnte. Nur mit Mühe hüpfte er weiter, wurde aber mit jedem Hüpfer schneller und drohte, das Gleichgewicht zu verlieren. Was immer er tat, er konnte seine Hand nicht von seiner Schläfe nehmen, und er wagte nicht, sich erneut zu Boden sinken zu lassen.

„Herr, jetzt wäre ein wirklich passender Augenblick für deine Wiederkunft.“

Chang spürte, dass irgendetwas passieren würde. Er hatte Signale von Satelliten abgefangen, die sich in einer geosynchronen Laufbahn befanden und die Kommunikation zwischen den Truppen unterstützten. Die gegnerischen Truppen standen kurz davor, sich in Bewegung zu setzen. Das musste er den Verantwortlichen mitteilen.

Er rief George an. „Rechnet mit einem Vormarsch in 60 Sekunden“, sagte er.

„Wir sind bereits beschossen worden“, rief George. „Du meinst, es kommt noch mehr?“

„Ja, sie werden vorrücken.“

„War Rayford bei dir?“

„Hat sich eben wieder auf den Weg gemacht. Er wollte zu Mac.“

„Danke. Ruf Mac an, ja? Ich werde die anderen informieren.“

Chang rief Mac an und warnte auch ihn.

„Hey“, sagte Mac, „ich kann Sebastian nicht erreichen und Ray ist überfällig.“

„Ist auf dem Weg“, sagte Chang.

Er rief Buck an. „Rechnet mit –“

Aber die Verbindung brach ab. Er wählte erneut. Nichts.

„Sie kommen! Sie kommen!“

Buck hörte, wie ein junger Rebell diese Worte schrie, als sein Telefon gerade läutete; er sah einen Brandsatz über das Rockefeller-Museum fliegen, geradewegs auf ihn zu. Die Welteinheitsarmee rückte nun von allen Seiten vor. Er hielt sein Telefon ans Ohr, als eine Bombe unmittelbar vor ihm in die Wand einschlug.

Kurz bevor die Bombe ein Loch in die Mauer riss, erkannte er noch Changs Stimme am anderen Ende der Leitung. Steinsplitter und Schrapnelle drangen in seine rechte Körperhälfte ein und unterbrachen die Verbindung. Eines seiner Gewehre wurde ihm aus der Hand gerissen. Er spürte einen Schlag an der Hüfte und in seinem Nacken, als der Boden unter ihm nachgab.

Einer der Jungen neben ihm wurde in die Luft geschleudert und schlug hart auf dem Pflaster auf.

Buck war entschlossen, auf der Mauer zu reiten wie auf einer Welle. Er griff sich an den Hals und spürte, dass dort Blut hervorquoll. Er war kein Arzt, aber er wusste, dass eine Halsschlagader verletzt war – kein kleines Problem.

Als die Mauer langsam in sich zusammenstürzte, blieb er darauf stehen und versuchte, mit einer Hand das Gleichgewicht zu halten, da er die andere an seine Wunde presste. Sein Gewehr rutschte ihm von der Schulter in die linke Hand, doch als er sich darauf abstützen wollte, fiel es zu Boden. Er war unbewaffnet, stürzte ab und war tödlich verletzt.

Und der Feind rückte näher.

Rayford konnte seinen Sturz nur mit seiner freien Hand abfangen, da er es nicht wagte, den Druck an seiner Schläfe zu verringern. Er schlug mit dem Kinn auf und rutschte in einem Winkel von 45 Grad weiter. Es hatte keinen Sinn mehr zu laufen. Er konnte jetzt nur noch kriechen und versuchen, irgendwie am Leben zu bleiben.

Bucks Füße verfingen sich in den Spalten zwischen Trümmern der Mauer und sein Oberkörper kippte vornüber. Er hing nun mit dem Kopf nach unten in der zusammenstürzenden Stadtmauer. Seine Hüfte war aufgerissen und blutete ebenfalls und das Blut stieg ihm in den Kopf.

Sogar im Inneren des Computerzentrums in der Felsenstadt spürte Chang die Erschütterung der Erde, die von den Schritten der Millionen von Soldaten stammte, die nun auf Petra vorrückten. Er klickte hierhin und dorthin, legte Schalter um und versuchte, verschiedene Anrufe zu tätigen. Wie weit würde Gott dies gehen lassen, bis er den rettenden König sandte?

Gegen die Bewusstlosigkeit ankämpfend, tastete er sich vor, eine Hand ausgestreckt, die andere auf die Wunde gepresst. Mit jedem Zentimeter schien der Winkel steiler zu werden, der Weg unebener. Mit jedem Schlag seines Herzens, mit jedem Blutstoß, jedem stechenden Schmerz fragte er sich, wozu das gut sein sollte. Wie wichtig war es, am Leben zu bleiben? Wofür? Für wen?

„Komm, Herr Jesus.“

Der Schwindel überwältigte ihn. Die Schmerzen wurden unerträglich. Vermutlich war eine Lunge verletzt. Sein Atem kam stoßweise, mühsam, schmerzhaft. Das erste Anzeichen für das Ende war der seltsame Rhythmus seines Herzens. Es raste, dann hüpfte es, dann flatterte es. Zu hoher Blutverlust. Das Gehirn wurde nicht genügend durchblutet, bekam nicht genügend Sauerstoff.

Entsetzliche Müdigkeit verdrängte die Panik. Die Bewusstlosigkeit wäre eine große Erleichterung.

Und so ließ er sie zu. Reglos blieb er liegen. Seine Lunge drohte regelrecht zu platzen. Sein Herz flatterte und blieb stehen. Das pulsierende Blut sammelte sich in einer Pfütze unter ihm.

Trotz seiner weit aufgerissenen Augen sah er nichts mehr.

„Herr, bitte.“

Er hörte das Herannahen des Feindes. Er spürte es. Aber bald fühlte er nichts mehr. Sein Blut hörte auf zu fließen, kein Lüftchen regte sich. Sein Körper erschlaffte und er starb.

„Sofort nach den Tagen der großen Not wird sich die Sonne verfinstern und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Danach wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen; dann werden alle Völker der Erde jammern und klagen und sie werden den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen.“

Matthäus 24,29–30